Training zu Hause oder außerhalb des Studios

Du hast schon einige Kurse bei uns im Studio besucht, kannst die Basics bereits und möchtest nun außerhalb des Studios trainieren? Vielleicht hast du sogar schon Aerial Equipment zu Hause?

Dann solltest du hier unbedingt weiterlesen. Es gibt einiges zu beachten, denn die Luftakrobatik ist und bleibt eine Extremsportart.

Um außerhalb des Studios trainieren zu können, solltest du auf jeden Fall die Grundlagen auf dem jeweiligen Gerät gut beherrschen. Verständnis für Bewegungen, die du in der Luft durchführst und eine gute Selbsteinschätzung sind außerdem wichtig. Luftakrobatik unterscheidet sich in einigen Punkten von Sportarten wie Yoga, Radfahren oder Laufen, für die nicht viel Ausrüstung und keine besonderen Voraussetzungen notwendig sind. Es gibt vorab einiges zu bedenken, um sicher trainieren zu können:

Zuerst einmal ist es wichtig zu wissen, wo man seine Geräte aufhängen kann, welches Material benutzt werden kann und auf was man während dem Training aufpassen sollte. Weiters ist Verletzungsprävention ein wichtiges Thema.

Auf diese Themen werden wir hier und auch in den nächsten Blogeinträgen eingehen. Wir wollen euch die Sicherheitsaspekte näherbringen, weil wir der Meinung sind, dass ein gewisses Grundwissen Voraussetzung ist, um sicher und mit gutem Gewissen in der Luft trainieren zu können.

Im ersten Schritt gilt es, einen geeigneten Aufhängungspunkt für euer Luftakrobatikgerät zu finden und diesen auf seine Sicherheit zu überprüfen. Welche Möglichkeiten habt ihr dafür?

Ihr könnt eine stabile Dachkonstruktion, ein Balken oder ein stabiles Gerüst (free standing rig, Traversen,… ) verwenden oder einen Aufhängungspunkt an einer Decke montieren. Öffentliche Gebäude, Brücken und Bäume sind aus Sicherheitsgründen und aus rechtlicher Sicher hier nicht zu empfehlen!

Wenn ihr euch in der Luft auf eurem Gerät bewegt, klettert, reinfallen lässt, etc., wirkt auf das Equipment eine dynamische Kraft, die das 2- bis 5-fache eures Körpergewichts ausmachen kann.

Um auch wirklich sicher zu sein, dass nichts passiert, wird dieses Gewicht zusätzlich noch mit dem Sicherheitsfaktor 10 multipliziert. Das ergibt das Gewicht, dass auf das Material eurer Aerial-Ausrüstung wirkt. Wenn ihr das für euch selbst ausrechnet, werdet ihr schnell feststellen, dass das berechnete Gewicht durchaus mehrere Tonnen betragen kann (zum Vergleich: ein ausgewachsener Elefant wiegt ca. 2 Tonnen!). Darum kann man sich als Faustregel merken: Ein Aufhängungspunkt und auch das dazugehörige Material (Bandschlingen, Seile, Karabiner, Rundschlingen, Drehwirbel,… ) sollten mindestens 1 -2 Tonnen (oder einen Elefanten) aushalten.

Um einen Aufhängungspunkt sicher zu installieren, solltet ihr unbedingt einen Profi ans Werk gehen lassen! Holt euch die professionelle Meinung eines Statikers, Industriekletteres oder professionellen Riggers. Eine Aufhängung sollte nur von jemandem montiert werden, der sich wirklich damit auskennt – Sicherheit muss immer die oberste Priorität haben!

Mit diesem Wissen möchten wir euch noch eine Frage als Denkanstoß mitgeben: Stellt euch einen großen Ast an einem Baum vor, der im ersten Moment perfekt erscheint, um euer Lieblings Aerial-Gerät daran zu montieren. Würdet ihr an diesem Ast auch euer Auto (oder einen Elefanten) aufhängen wollen?

Im nächsten Blogartikel wird das Thema Material besprochen: seid gespannt! :)

Ihr möchtet noch mehr Informationen zu diesem Thema haben oder noch tiefer in diese Materie eintauchen? Dann kommt doch zu einem unserer Sicherheitstrainings in unser Studio – dort werden genau solche und noch viele weitere Themen besprochen! Termine findet ihr auf unserer Homepage.

Empfohlene Literatur: „Introduction to Rigging: Aerialists Essentials by Steven Santos”